Rewind: Konsumkind.November 29th, 2007
Als ich in der zehnten Klasse war, habe ich in mein Tagebuch über meinen damaligen besten Freund geschrieben: “Er ist der beste Zuhörer. Und der beste Mitreder. Mit meinen Klassenkameradinnen kann ich über’s Wetter lästern, oder über lachhafte Jungs in der Bahn, oder über die Englischklausur. Wenn ich tiefergehendes anspreche, müssen sie plötzlich alle wohin.”
Es war ja irgendwie schon immer so: Freundschaft verspricht nichts. Sie ist eher so ein guter Tausch, den man mal antesten möchte. Ich biete dir eine Palette neuer Hobbys und die und die Bands die ich mag, und dafür möchte ich von dir den neusten Klatsch hören oder mit dir meine Zimmereinrichtung diskutieren. In Clubs feiern gehen, ungezwungen. Du bist mein Freund, wenn die Wellenlänge stimmt. Weil alles für sich behalten doch unglücklich macht.
Irgendwie begriff ich dann auch schnell, wo bei dieser Abmachung der Haken war: das Haltbarkeitsdatum lief schneller ab als mir lieb war. Die Themen waren ausgelutscht, die Abende nach dem ewigen Club-Filtern die gleichen, die kleine Luftblase die sich Welt nannte ließ sich einfach nicht aufpusten. Und irgendwann zerplatzte sie.
November 29th, 2007
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