Die blaue Grenze.July 23rd, 2008
Auf dem Grund der See, tief im Blau
liegt ein Schatz, verborgen.
Liebster, kannst du mich hören?Der Wind webt Netze in die Wogen
und wir fangen Dinge ein
die nie zum Vorschein kommen sollten.
Doch sie sind da.Kalt legt sich der Nebel auf unsere Wangen
Verlorengehen könnten wir
Das Pfeifen zwischen den Tannen.Es sind die Menschen die die Leere füllen.
Da ist ein Feuer, warm scheint es uns entgegen
Umarmt uns, hält uns am Leben
Und wir lehnen uns an an eine Schulter, erkennen die Wahrheit
Sie war da, verborgen auf dem Grund der See.
Die blaue Grenze.
Diese Geschichte war sehr melancholisch. Aber es war eine wahre Geschichte.
Denn genau so habe ich mich an den meisten Tagen in Kiel gefühlt. Das ist die Erinnerung die ich verdrängt habe. Die Weite des Meeres hat mich angenehm tief berührt. Zu tief.
Ich glaube das Meer macht einsam.
Die Menschen sollten sich vom Meer entfernen, und wenn sie den Lärm der Zivilisation nicht mehr ertragen sehnen sie sich danach. Das Meer ist wie das Haus in dem man aufgewachsen ist, man weiß, dass man jetzt allein zurecht kommen muss, aber ab und an muss man die Erinnerungen zurückholen.
Es ist besser, fröhlich zu sein und unter Menschen, als einsam und verloren in der Weite. Damals, als ich das Leben Leid war, wusste ich das nicht. Damals sagte ich, maybe I’m having the wrong thoughts about the right things.
Auch das war wahr.
Die Zeit ist nun reif für einige Dinge. Ich wusste nicht dass sie das sein kann und nicht.
Ich lese Der blaue Planet. Ich erinnere mich an das Meer. Leben tue ich hier.
Wenn ich an die Melancholie denke liegt mir ein Kloß im Hals.
Manchmal denke ich, dass das Meer mich zu sich holen will. Das ist in Ordnung. Nur noch nicht jetzt. Jetzt muss ich erst leben.
***
Diesen Blogeintrag habe ich letzte Nacht nach dem Film “Die blaue Grenze” auf dem Ersten geschrieben.
Anhören kann man sich den wahrhaft magisch-melancholischen Score hier im I-Tunes-Store. (I-Tunes muss installiert sein)
Zudem stammen zwei Tracks im Film von Lambchop: “The new cobweb summer” und “The daily growl”.
Die Webseite zum Film findet man hier.
Der Track “Traum der Oma” erinnert sehr stark an den Film K-Pax und taucht im Film wiederholte Male auf – Gänsehautstimmung.
“Momme auf der Beerdigung” und das Repraise “Von den Toten verabschieden” haben solch eine innere, intensive Weite in sich, dass man die nebelumwobene See, das trübe, diesige Grau und die innere vereinsamte Gefühlswelt der Darsteller geradezu anfassen kann, so nah kommen sie einem.
Meister dieser genialen Klänge ist Enis Rotthoff, der vor kurzem bereits mit Jan A.P. Kaczmarek, dem Komponisten von “Finding Neverland” zusammengearbeitet hat.
July 23rd, 2008
00:12 | 