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AND HER DANCING AND HER LAUGHING.

familienurlaub.May 24th, 2007

weil ich morgen besuch bekomme habe ich n bisschen geschrubbt. ja, ich weiß, sowas machen nur frauen. verbratet das jetzt als klischee. nein, verbratet mich als klischee. diese momente sind es in denen man sich nämlich darin wiederfindet. meine beste freundin am telefon direkt: “haha, wenn ich jetzt kommen würde würdste nich so n traraa machen.” ich fand das dann nicht lustig. eher erschreckend passend formuliert.

habe heute nen supertag gehabt. stundenlang flunk gehört und unmengen an kinder bueno gegessen bis mir schlecht war. ich tippe auf stressbewältigungstaktik. heute morgen noch haare getönt. hab wochenlang rumgejammert dass ich meine tönung nicht find. jetzt möchte ich sie bitte wieder runterhaben. bitte.

neben alldem geschrubbe habe ich lustige dinge wiedergefunden. mein altes stickeralbum. ist eins von den animaniacs (kennt die noch wer? kategorie roadrunner). habe dann aufm bett sitzend überlegt welches früher meine lieblingssticker waren. es waren wohl die zebras. hab keinen plan warum. aber ich glaube mich richtig zu erinnern.

dann habe ich zwischen den büchern einen zettel gefunden auf dem ich mir einen traum aufgeschrieben hatte. mein ehemaliger chef im superstore kam drin vor. das fand ich dann zur krönung des tages noch weniger lustig. allerdings sah mein chef schon gut aus. wie gut dass ich rechtzeitig gekündigt habe.

habe ich übrigens mal erzählt dass ich, seit ich tauchen lernen will, immer wieder träume ich würde beim tauchgang wie ein bleierner stein im riff versinken? viele male schweißgebadet aufgewacht. mein (geschenktes!) traumdeutungsbuch geht über wasser und unfall nicht hinaus. meine mutter würde tiefliegendes vermuten. naja, jedenfalls hab ich vor knapp drei wochen das erste mal geträumt, ich würde tatsächlich tauchen. der wahnsinn. hab alles gesehen und fühlte mich so wunderbar leicht. trotzdem werde ich beim beginnenden tauchkurs den lehrer bitten, mehr als zwei augen auf mich zu werfen. ich neige zu übertreibung, das wissen wir ja. “junge frau, sie sagten doch sie könnten schwimmen!?”

habe noch mehr lustige dinge gefunden. meine lupo-automodellsammlung die mein bruder mir extra im puppenkönig bestellt hat. der limettengrüne steht jetzt wieder im regal. weil’s schön aussieht. bleibe trotzdem bei meinem eselchen aus stahl und felgen.

hab dann urlaubsfotos gefunden. viele peinlich-schöne urlaubsfotos. von der sorte wo man nickt, lacht, drauftippt und sagt “neee guuuck mal, also neee, weißte noch??” ich hatte ja das unheimliche glück, jede schulsommerferien mit meiner familie sechs wochen in spanien an der costa brava auf dem campingplatz zu verbringen. ehrlich, ich fand das toll. ich hatte alles, was auch die kinder in diesen kitsch-montagsabends-zdf-schnulzen haben: erste urlaubsliebe, erster urlaubssonnenbrand (der ganze rücken!), stürze mit dem fahrrad en masse auf dem sandigen boden, eisdiskussionen (papa:nee.tochter:doch.papa:nee.tochter:nur noch eine kugel??bitte?), ganz andere diskussionen (“wir haben käfer unter dem zelt” “ja und?” “käfer!!!), lustige geburtstage mit donuts als geburtstagstorte (spanien hat mal die geilsten donuts, muss gesagt werden) und noch viele andere lustige begebenheiten, die man nur per foto andeuten, geschweige denn erklären kann.

am besten erinnere ich mich jedoch an free willy. nein, nicht der film. chrisi, jung und munter wie sie war, liebte wassertiere heiß und innig. also bekam sie einen aufblasbaren wal. ohne scheiß, das ding hätte als echter durchgehen können. man konnte oben drauf sitzen und wie ein whale rider durchs wasser paddeln…naja es kam wie es kommen musste bei der chaostochter. die brise war stark, stark ablandig um genau zu sein, chrisi war weniger stark. der wal war willig, in die freiheit zu schwimmen. er wollte wohl seine familie suchen. irgendwie stand chrisi also da im wasser und blickte verständnislos auf ihre hand, die nicht mehr die leine zum wal hielt. der wal, nennen wir ihn willy, schwamm dagegen freudig auf die offene see.

es gab einen riesentrubel am strand. alle waren extrem betroffen, ich war extrem mit den nerven am ende und fürchtete um das leben des tieres. eher fürchtete ich die sonne. kennt ihr die ladoval werbung mit der gelben badeente in der sonne, die ruck-zuck in ein fragment aus kunststoff zusammenschmilzt? ja, das fürchtete ich.

aber keine panik, jetzt kommt der baywatch-teil!

da draußen düste schon eine weile ein schnellboot mit französischen leutchen rum (armee?? weiß nur noch dass es was offizielles war). die düsten doch tatsächlich dem nur noch als punkt erkennbaren wal (nicht vergessen, die brise war STARK) hinterher und holten ihn mir zurück. KEIN SCHERZ. voll heldenhaft. ich weiß nicht was damals gesagt habe. danke auf jeden fall. es könnte sein dass ich sprachlos war.

der wal fristete danach ein schattendasein unter palmen. an ablandigen tagen durfte ich alles, nur den wal nicht anrühren. an auflandigen durfte ich den wal haben, aber wollte nicht mehr. der wind könnte ja drehen. gebranntes kind scheut die herdplatten. tja, so kanns gehen.

die übrigen urlaube verbrachten wir übrigens in holland. völlig ungefährlich. mit vielen supermarkt-diskussionen: “ich will aber den dubbel vla mit erdbeer” “nein, du musst dich entscheiden, entweder das fristi oder die fanta cassis aber nicht noch das vla!” lasse ich da irgendwie durchblicken dass urlaube für mich vor allem eins bedeuteten: supergeile süßigkeiten und eis so viel ich will? kein wunder dass ich heute die grenzen vermisse. allerdings kann man sich ja wohl schlecht zwischen schoko, joghurt und melone entscheiden. tss.
was mir heute wie ein rätsel erscheint: in jeden holland-urlaub haben wir unsere meerschweinchen mitgenommen. wir waren eben die absoluten strategiker. seit ich allerdings weiß was trockenstress bei pflanzen ist, befürchte ich, dass wir unseren schweinchen damals nichts gutes getan haben. wenn mich jemand erschrecken kann, dann mit dem wort trockenstress. daran sind alle meine pflanzen gestorben. botanikerkarriere mehr als fraglich.

das fazit all dieser idyllischen urlaube: wer familienleben erleben will, geht mit seiner family campen. an der costa brava. tagestemperatur 35 grad. nachttemperatur 25 grad. mücken, sonnenbrand, first-aid-benutzung und stürme inklusive. ach war das schööön, damals…

es steht ja wohl außer frage, dass ich den nächsten großurlaub in den bergen verbringe? grand canyon. paragliden. alleine. tauchurlaub, australien. alleine. ich stehe manchen dingen aus meiner kindheit kritisch gegenüber.

imagepostMay 24th, 2007 imagetime22:54

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