Sonnensegler.de

AND HER DANCING AND HER LAUGHING.

Revival, Revival !!January 15th, 2007

Juchhuuu es ist soweit! Das Vierte zeigt ab heute “3 Engel f├╝r Charlie” und “Hart aber herzlich” wochentags um 16.00 und 17.00 – darauf warte ich schon sooo lange ­čÖé Und wem das nicht genug 90er-Jahre-Feeling ist, der wird mit Freude feststellen, dass die KitKat-Werbung mit der Entenjagd (ich sag nur: Enten- Tr├Âte), wieder zu sehen ist.

Weil Montag ist und das Thema StudiVZ und Web 2.0 l├Ąngst nicht durch ist, hier eine kleine Anekdote zum Thema Datenschutz. Diesmal in Form der Kolumne aussterbender W├Ârter im Spiegel. Wom├Âglich hat der gute Mann Recht: wir steuern geradewegs auf die gl├Ąserne Zukunft zu. Ein ganz lustiger passender Comedy- Strip lief gestern beim “Sechserpack” auf Sat1 (Thema: Deutschland ist sch├Ân”):
Eine Frau geht zum B├╝rgeramt, um sich ihre neue Gesundheitskarte abzuholen. Auf die Frage, ob sie sich denn jetzt Sorgen machen m├╝sse um ihre Daten, die ja nun auf dieser einzigen Karte gespeichert seien, antwortet der Beamte:

“Nein nein, brauchen Sie nicht, es ist alles in Ordnung, Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, gerade in Ihrem Zustand…”

Frau verbl├╝fft:

“Was? Woher wissen Sie…? Aber das wei├č ja noch nicht mal mein Mann, dass ich schwanger bin.”

Beamter wiegelt ab:

“Es reicht ja, wenn der Vater des Kindes Bescheid wei├č.”

Frau entsetzt:

“Hei├čt das, mein Mann ist gar nicht der Vater?”

Beamter:

“Das m├╝ssten Sie doch geahnt haben, wenn Sie zur├╝ckrechnen wann Sie das letzte Mal bei Ihrem Geliebten waren…”

Frau:

“Oh Gott, wenn mein Mann davon erf├Ąhrt…!! Das bringt ihn um!”

Beamter (besorgt):

“Ach, den sollten Sie lieber jetzt schonen,…sein Herzinfarkt in drei Wochen wird ihm schon genug zu schaffen machen…”

Ich selbst kann mir nicht erkl├Ąren, warum StudiVZ in der Lage war, jemanden wie mich in seine Klauen zu ziehen. Ich bin der Meister der Sicherheit, gebe nichts weiter, sch├╝tze meine pers├Ânlichen Daten wie ein verr├╝ckter und kontrolliere tagt├Ąglich, ob mein Virenprogramm funktioniert und mein Ad-Ware-Scanner neuen Ramsch gefunden hat, bin von dem wenig begeisternden ICQ zu Skype umgestiegen und f├╝hre stets die “benutzerdefinierte Installation” von neuen Programmen durch – ist doch die voreingestellte meist ein Trick um den User mit Spy- und AdAware zuzum├╝llen.

Mein WordPress-Filter filtert brav den l├Ąstigen Spam, Cookies lasse ich nicht immer zu und auch ansonsten bin ich eher auf der sicheren Seite. Wie also war dieses seltsam undurchsichtige Unternehmen in der Lage, jemanden wie mich zur Anmeldung zu bewegen? ├ťber die “Ich mach das was alle machen”-Sparte bin ich l├Ąngst hinweg. Oder vielleicht hat sie mich ja dieses eine Mal hinterlistig gefangen, mit dem Vorwand der pers├Ânlichen Vorteile: Denn angeblich kann doch jeder seinen pers├Ânlichen Nutzen aus diesen Communities ziehen.

Tja, und was sage ich dazu, ein paar Monate sp├Ąter: StudiVZ ist f├╝r mich nur eine weitere Last geworden. Nervige unbekannte User, die mich “gruscheln” oder als Freund adden wollen (zumeist unter sehr mysteri├Âsen Pseudonymen wie “Donald Duck” und bei Nachfrage, ob man sich denn irgendwoher kenne mit Antworten wie “Ja, ich bin dein neuer Freund” – *haha*), zudem pers├Ânliche Gespr├Ąche ├╝ber die Pinnw├Ąnde (Leute, nehmt euch doch gleich n fertiges Blog!) – im Nachheinein wirkt StudiVZ auf mich nur wie eine gro├čartige M├Âglichkeit, andere auszuspionieren beziehungsweise sich selbst als User in pr├Ąchtigem Licht darzustellen und der Au├čenwelt zu pr├Ąsentieren.

Die wahren Beweggr├╝nde dieser innovativen Idee- n├Ąmlich unkomplizierter Austausch auch mit entfernten und alten Freunden, Nachbarn, Mitsch├╝lern sowie das Finden von Tanzpartnern, Nachhilfelehrern oder einfach Gleichgesinnten, r├╝ckt vor diesen Problemen weit in den Hintergrund. Damit StudiVZ f├╝r mich ein lohnendes Unterfangen wird, muss erst folgendes geschehen sein:

wirklich sicherer Datenschutz (dazu geh├Ârt auch, bei Neuanmeldung die Daten auf Echtheit zu ├╝berpr├╝fen, passiert bei E-Mail-Adressen-Anmeldung ja schlie├člich auch)

– keine technischen Probleme bzw mehr Transparenz zu dem How&Why

– mehr pers├Ânliche Entscheidungsfreiheit was die eigenen Daten angeht, eine Art “Spamfilter” f├╝r unerw├╝nschte “Freunde” und “Gruschler”

– wie bei OpenBC sollte das Netzwerk auf Basis von Einladungen funktionieren (was jetzt allerdings zu sp├Ąt ist)

– besseres Marketing der ganzen Sache, keine Enth├╝llungsstories mehr die das Projekt m├Ąchtig ins Wanken bringen

W├Ąren all diese Dinge VORHER bereits gekl├Ąrt worden, s├Ąhe ich jetzt einen Grund, dem Verzeichnis eine Chance zu geben. Aber mein Vertrauen haben die Verantwortlichen verloren und verspielt. Ja, ich gebe zu, ich habe blind mitgemacht. Und das wurmt mich nun doch sehr.
In Punkto “Revival” bleibt mir nur zu w├╝nschen: Hier lieber wieder alles auf Anfang, da war’s noch einigerma├čen sicher im Netz, und ich hatte die Kontrolle wem ich was von mir erz├Ąhle.

ps: ├ťbrigens hatte ich gestern mal wieder die “Du sitzt ja auch immer vorm PC”-Diskussion. Ich tr├Ąume von einer Zukunft, in der ich kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich den Nachmittag und Abend im Web surfe, recherchiere und layoute und nebenbei “Alf” oder “CSI” mitlaufen lasse. Ich bin eben ein Medien- und Fernsehkind! Und das mit vollem Stolz (dank meinem Vorbild: mein Bruder).

Vielleicht, hab ich mir dann ├╝berlegt, liegts ja auch nur daran, dass ich Bio studiere. Die Kombination missbilligen eben viele. Wo doch die Natur da drau├čen ist…! Und dabei mach ich das doch gar nicht mal so oft! – Keine Entschuldigungen mehr, ich steh dazu!!

imagepostJanuary 15th, 2007 imagetime18:59

1 Kommentar

  1. Seb:

    WORD!

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